{"id":1947,"date":"2021-06-27T05:25:10","date_gmt":"2021-06-27T05:25:10","guid":{"rendered":"http:\/\/bioenergie-kleinseelheim.de\/?p=1947"},"modified":"2021-06-27T06:58:31","modified_gmt":"2021-06-27T06:58:31","slug":"web-ex-gesprach-mit-mdb-soren-bartol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bioenergie-kleinseelheim.de\/index.php\/2021\/06\/27\/web-ex-gesprach-mit-mdb-soren-bartol\/","title":{"rendered":"Web-Ex Gespr\u00e4ch mit MdB S\u00f6ren Bartol"},"content":{"rendered":"<p>Im April hatten wir uns in einem<a href=\"http:\/\/bioenergie-kleinseelheim.de\/index.php\/2021\/03\/26\/offener-brief-an-herrn-mdb-soren-bartol\/\"> offenen Brief<\/a> zum Thema <a href=\"http:\/\/bioenergie-kleinseelheim.de\/index.php\/2021\/03\/26\/die-warmewende-ist-off-track\/\">W\u00e4rmewende<\/a> und Fernw\u00e4rme an Herrn S\u00f6ren Bartol gewendet. Daraufhin lud dieser alle im Verteiler Angesprochenen zu einem Web-Ex Gespr\u00e4ch ein. Dieses ausgesprochen konstruktive Gespr\u00e4ch, f\u00fcr das der Vorstand sich bei allen Beteiligten herzlich bedankt, hat nun stattgefunden.<\/p>\n<p><b>Die Gespr\u00e4chspunkte:<\/b><\/p>\n<p><b>1. Die Runde diskutierte, ob Fernw\u00e4rmenetze nicht nur in Bezug auf den Geb\u00e4udebereich eine Schl\u00fcsseltechnologie der Energiewende sein k\u00f6nnten.<\/b><\/p>\n<p>Im Geb\u00e4udebereich k\u00f6nnen kollektive \/ quartiersbezogene Ans\u00e4tze deutlich effektiver und auch kosteng\u00fcnstiger als Individuall\u00f6sungen sein, denn<\/p>\n<ul>\n<li>es kann schneller als durch aufw\u00e4ndige D\u00e4mmma\u00dfnahmen (die nat\u00fcrlich im Laufe der Zeit auch umzusetzen sind) zu CO2-Einsparungen kommen, wenn ganze Quartiere ihre W\u00e4rme aus erneuerbaren Energien speisen,<\/li>\n<li>Studien zeigen, dass Fernw\u00e4rmenetze in der Gesamtrechnung g\u00fcnstiger sind als Individualheizungen, die ja schneller erneuert werden m\u00fcssen als die lange haltenden Netze.<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/bioenergie-kleinseelheim.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Vorteile_von_W\u00e4rmenetzen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1952 size-large\" src=\"http:\/\/bioenergie-kleinseelheim.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Vorteile_von_W\u00e4rmenetzen-1024x513.jpg\" alt=\"\" width=\"780\" height=\"391\" srcset=\"https:\/\/bioenergie-kleinseelheim.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Vorteile_von_W\u00e4rmenetzen-1024x513.jpg 1024w, https:\/\/bioenergie-kleinseelheim.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Vorteile_von_W\u00e4rmenetzen-300x150.jpg 300w, https:\/\/bioenergie-kleinseelheim.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Vorteile_von_W\u00e4rmenetzen-768x385.jpg 768w, https:\/\/bioenergie-kleinseelheim.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Vorteile_von_W\u00e4rmenetzen.jpg 1709w\" sizes=\"auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zudem seien Fernw\u00e4rmenetze Allesk\u00f6nner:<\/p>\n<ul>\n<li>Man k\u00f6nne sie einer Vielfalt von Energietr\u00e4gern beheizen.<\/li>\n<li>Bei Weiterentwicklung oder Neuentwicklungen von Energietr\u00e4gern k\u00f6nnten diese bei bestehenden W\u00e4rmenetzen relativ kosteng\u00fcnstig ausgetauscht werden, weil nur der zentrale Ofen betroffen ist.<\/li>\n<li>Sie k\u00f6nnten sektor\u00fcbergreifend wirken, indem sie z.B. \u00fcbersch\u00fcssigen Strom aufnehmen und so als Stromspeicher dienen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/bioenergie-kleinseelheim.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/W\u00e4rmenetze_energiewende.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1953 size-large\" src=\"http:\/\/bioenergie-kleinseelheim.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/W\u00e4rmenetze_energiewende-1024x523.jpg\" alt=\"\" width=\"780\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/bioenergie-kleinseelheim.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/W\u00e4rmenetze_energiewende-1024x523.jpg 1024w, https:\/\/bioenergie-kleinseelheim.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/W\u00e4rmenetze_energiewende-300x153.jpg 300w, https:\/\/bioenergie-kleinseelheim.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/W\u00e4rmenetze_energiewende-768x392.jpg 768w, https:\/\/bioenergie-kleinseelheim.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/W\u00e4rmenetze_energiewende.jpg 1651w\" sizes=\"auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px\" \/><\/a><\/p>\n<p><b>2. Die Teilnehmer*innen waren sich deswegen einig, dass seitens der Politik die gemeinschaftlichen L\u00f6sungen st\u00e4rker gef\u00f6rdert werden sollten. Bisher l\u00e4ge der Schwerpunkt jedoch auf der F\u00f6rderung von Individuall\u00f6sungen <\/b><\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang wurde das d\u00e4nische Modell als vorbildlich erw\u00e4hnt. Hier seien die politischen Vorgaben eindeutig: wenn eine Region, ein Stadtteil oder ein Dorf sich f\u00fcr ein W\u00e4rmenetz entscheide, m\u00fcsse jeder bei Erneuerung seiner Heizung daran teilnehmen.<\/p>\n<p>In Deutschland fehle diese politische Unterst\u00fctzung durch den Bund, die wegen der Priorisierung der individuellen (Wahl-)Freiheiten auf gro\u00dfe Widerst\u00e4nde sto\u00dfe. Das erkl\u00e4re die F\u00f6rderpraxis, bei bestehenden W\u00e4rmenetzen gleichzeitig auch Individuall\u00f6sungen zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Auch auf kommunaler Ebene sei die Verpflichtung zum Anschluss an bestehende W\u00e4rmenetze nicht \u00fcberall durchsetzbar.<\/p>\n<p>Sowohl Herr Bartol als auch die EAM sprachen sich aber f\u00fcr solche Verpflichtungen aus, seien sie nun auf kommunaler Ebene oder bundesweit beschlossen.<\/p>\n<p>Dabei setzten sie aber nicht vordringlich auf Anschlusszwang sondern auf Anreize, z.B. die Verteuerung der fossilen Energiequellen durch die CO2 Abgabe oder die gro\u00dfz\u00fcgige F\u00f6rderung des Anschlusses an Fernw\u00e4rmenetze.<\/p>\n<p><b>3. Die Teilnehmer sprachen auch \u00fcber die betriebswirtschaftliche Seite des Baus von Fernw\u00e4rmenetzen. Diese k\u00f6nnten nicht nach \u201anormalen\u2018 betriebswirtschaftlichen Gepflogenheiten berechnet werden, denn<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>sie seien nur wirtschaftlich, wenn so gut wie alle Anlieger auch anschl\u00f6ssen,<\/li>\n<li>es k\u00f6nne und m\u00fcsse eine Abschreibungsdauer angesetzt werden, die die \u00fcblichen 15-20 Jahre weit \u00fcbersteige,<\/li>\n<li>auch die Zeit, bis ein Netz angemessene Einnahmen verzeichnen k\u00f6nne, m\u00fcsse l\u00e4nger als \u00fcblich angesetzt werden, weil Anlieger erst nach und nach ihre Heizung umstellten,<\/li>\n<li>das erschwere das Engagement der regionalen Finanzinstitute, die sich, wie z.B. die Sparkasse Marburg-Biedenkopf, in besonderem Ma\u00dfe der regionalen Wertsch\u00f6pfung verbunden f\u00fchlten und nachhaltige Themen sehr begr\u00fc\u00dften. Gerade in Krisenzeiten habe sich dieses Selbstverst\u00e4ndnis bew\u00e4hrt, das Kleinseelheimer Projekt sei hier beispielhaft.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Deswegen seien die o.a. genannten politischen Ma\u00dfnahmen so wichtig, und es m\u00fcssten die finanziellen Risiken ganz anders abgesichert werden als bisher, so die einhellige Meinung der Teilnehmer*innen.<\/p>\n<p><b>4. Ein weiterer Diskussionspunkt war die Frage nach geeigneten Betreibern von Fernw\u00e4rmenetzen.<\/b><\/p>\n<p>In D\u00e4nemark seien die Fernw\u00e4rmenetze weitgehend in Genossenschaftshand, was die W\u00e4rmepreise stabilisiere, weil es so ausreiche, kostendeckend zu arbeiten, und keine Profite erwartet w\u00fcrden.<\/p>\n<p><a name=\"_GoBack\"><\/a>Ob in Deutschland Genossenschaften, die das gesamte Risiko alleine tragen, das \u00fcberall geeignete Gesch\u00e4ftsmodell sind, sei jedoch fraglich. Dass das konkrete Engagement vor Ort ein extrem wichtiger Faktor zur Umsetzung solcher Projekte sei, stehe au\u00dfer Frage; Genossenschaften seien aber wirtschaftlich in der Regel eher schwach. Zudem seien die Belastungen f\u00fcr Ehrenamtliche sehr hoch, wenn sie nicht nur die wirtschaftlichen sondern auch die sozialen und pers\u00f6nlichen Risiken bei der Umsetzung solcher Projekte alleine schultern m\u00fcssten. Kommunale Energieversorger z.B. w\u00e4ren da st\u00e4rkere Betreiber.<\/p>\n<p>Zur Absicherung der Risiken schlug Herr Bartol beispielsweise einen Fond des Bundes vor, der bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten einspringen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Insgesamt war die Runde sich einig, dass eine verst\u00e4rkte kommunale Energieplanung notwendig sei, die die Energiewende koordinierter als bisher voranbringt, wozu es aber der verst\u00e4rkten Unterst\u00fctzung der Kommunen durch den Bund bed\u00fcrfe.<\/p>\n<p>Hier das Protokoll als pdf: <a href=\"http:\/\/bioenergie-kleinseelheim.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/210428-Protokoll-Webex-Runde-mit-S\u00f6ren-Bartol-1.pdf\">210428 Protokoll Webex-Runde mit S\u00f6ren Bartol 1<\/a><\/p>\n<p>Hier eine Pr\u00e4sentation der EAM zur Rolle der Fernw\u00e4rme bei der Energiewende: <a href=\"http:\/\/bioenergie-kleinseelheim.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210428_Pr\u00e4sentation_EAM.pdf\">20210428_Pr\u00e4sentation_EAM<\/a><\/p>\n<p>Am Gespr\u00e4ch teilgenommen haben:<\/p>\n<p>S\u00f6ren Bartol (MdB)<br \/>\nKlaus Mindrup (MdB)<br \/>\nDr. Judith Horrichs (Referentin SPD Bundestagsfraktion)<br \/>\nOlaf Kieser (Vorsitzender der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der EAM)<br \/>\nDr. Andreas Brors (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der EAM EnergiePlus)<br \/>\nSebastian Fink (Bereichsdirektor f\u00fcr Unternehmen und Selbstst\u00e4ndige der Sparkasse Marburg-Biedenkopf)<br \/>\nChristina Scholz (Abteilungsleiterin Spezialfinanzierungen und Kommunen der Sparkasse Marburg-Biedenkopf)<br \/>\nUlrike Simon (Vorstand Bioenergiegenossenschaft Kleinseelheim eG)<br \/>\nProf. Dr. Rainer Waldhardt (Vorstand Bioenergiegenossenschaft Kleinseelheim eG)<br \/>\nKurt Gibson (Vorstand Bioenergiegenossenschaft Kleinseelheim eG)<br \/>\nDieter Bartelmess (Aufsichtsratsvorsitzender Nahw\u00e4rme Rauschenberg eG)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im April hatten wir uns in einem offenen Brief zum Thema W\u00e4rmewende und Fernw\u00e4rme an Herrn S\u00f6ren Bartol gewendet. 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