Einweihungsfeier

Tag der offenen Tür der Bioenergiegenossenschaft Kleinseelheim

Zum Bericht

Nachdem die Tiefbauarbeiten zur Herstellung des Kleinseelheimer Nahwärmenetzes weitgehend abgeschlossen sind und die zugehörige Heizzentrale in Betrieb genommen wurde, lädt die Bioenergiegenossenschaft Kleinseelheim eG alle Projektbeteiligten, Unterstützer und Förderer sowie alle Mitglieder der Bioenergiegenossenschaft und besonders auch alle Nicht-Mitglieder aus Kleinseelheim und der Region herzlich zu einem Tag der offenen Tür am 9. August ein. Das Grundstück der Bioenergiegenossenschaft im Kleinseelheimer Sandweg 33 wird für Besucher ab 15:30 Uhr zugänglich sein. Das Programm der Veranstaltung beginnt um 16 Uhr mit Eröffnung durch den Vorstand der Bioenergiegenossenschaft, und es folgen mehrere Grußworte. Anschließend besteht bei Kaffee und Kuchen sowie Grillgut und Kaltgetränken die Gelegenheit zu einer geführten Besichtigung der Heizzentrale und Gesprächen mit der Genossenschaft. Vertreter der EAM als Betreiberin der Heizzentrale werden die moderne Technik der Anlage erläutern.

Ulrike Simon, Kurt Gibson, Prof. Dr. Rainer Waldhardt

Vorstand der Bioenergiegenossenschaft Kleinseelheim

 

Im Bioenergiedorf Kleinseelheim sind endlich alle Leitungen verlegt

Ende August 2017 begann in Kleinseelheim ein langer Prozess der Verlegung des Leitungsnetzes zur Wärmeversorgung von Wohnhäusern, Kirche, Dorfgemeinschaftshaus, Feuerwehrhaus, Kita, RSV-Sportheim und Gebäude der Bioenergiegenossenschaft Kleinseelheim am Ortsausgang in Richtung Kirchhain. Endlich sind alle Gebäude an das Leitungsnetz angeschlossen. In den kommenden Wochen bis ca. Ende der Sommerferien werden nun Straßenabschnitte wiederhergestellt, in denen aktuell noch Schotter oder nicht fertiggestellte Asphaltdecken das Bild prägen.

(Das Leitungsnetz wird ständig überwacht, das Bild oben zeigt das Kontrollpanel)

Bereits seit einigen Wochen arbeitet der durch die EAM hergestellte und betriebene Biomasseofen. Dieser stellt im Sommerhalbjahr überwiegend Warmwasser für Bäder und Küchen bereit, im Winterhalbjahr zusätzlich die Wärme zum Beheizen der zunächst ca. 70 angeschlossenen Gebäude. Jährlich können so ca. 150.000 bis 200.000 Liter Heizöl eingespart werden. Dies ist ein wichtiger lokaler Beitrag zum Klimaschutz und sorgt außerdem für im Ort gesündere Luft. Denn aus der modernen Heizzentrale mit Elektrofilter entweicht kaum Feinstaub, der zuvor aus den meist alten Ölheizungen in die Luft gelangte. Davon profitieren alle im Ort!

Mit Bürgersonnenkraftwerk auf dem Dach des Dorfgemeinschaftshauses, vielen privaten PV- und Solarthermie-Anlagen, einzelnen Pellet- und Erdwärmeheizungen sowie dem Versorgungsnetz der Bioenergiegenossenschaft hat sich der Ort als Bioenergiedorf energetisch neu aufgestellt. Dieser Weg ist sicher noch nicht abgeschlossen, aber der dazu unumgängliche „große Kraftakt“ ist vollbracht. Vielen Dank an alle, die diesen Weg konstruktiv begleitet haben, und vielen Dank an alle, die die erheblichen Belastungen im Ort mit Geduld hingenommen haben.

Den Abschluss der Tiefbauarbeiten und den Beginn Wärmeversorgung über holzige Biomassen aus der Region möchte die Bioenergiegenossenschaft Kleinseelheim gemeinsam mit ihrem Projektpartner EAM am 9. August ab 16 Uhr feiern und das Heizhaus mit Biomasseofen zur Besichtigung öffnen. Zu dieser Veranstaltung lädt die Genossenschaft ihre Mitglieder, Vertreter der an der Bauphase beteiligten Unternehmen, Vertreter aus Kommunalpolitik und -verwaltung, weitere wichtige Unterstützer des Projektes sowie alle am Klimaschutz und an der Nutzung erneuerbarer Energien Interessierte aus Kleinseelheim und der Region ein.

Nur einen Tag später werden wir vormittags Frau Dr. Beatrice von Saan-Klein, Umweltbeauftragte des Bistums Fulda, mit einer Pilgergruppe am Heizhaus begrüßen. Unter dem Motto „ Der Schöpfung Gottes auf der Spur – Genusswanderung mit spirituellen Impulsen“ möchten sich die Gäste am 10. August in Kleinseelheim ein Bild davon machen, wie nachhaltige Energiegewinnung durch Bürgerengagement funktionieren kann. Auch an diesem Vormittag wird das Heizhaus im Sandweg geöffnet sein und weitere Interessierte können zu einer Besichtigung dazu kommen.

Ulrike Simon und Prof. Dr. Rainer Waldhardt (für den Vorstand der Bioenergiegenossenschaft Kleinseelheim eG)

Neuer Brennstoff, neue Technik (die OP berichtet)

Was sonst liegen bleibt, wird zum Brennstoff

Kirchhains Stadtteil Kleinseelheim kann sich jetzt Bioenergiedorf nennen. Schon seit Oktober hat die Bioenergiegenossenschaft Kleinseelheim ihre Mitglieder mit Nahwärme versorgt. Die Wärme stammte aus einem Flüssiggas-Kessel. Das ist nun vorbei. Der neue Ofen ist in Betrieb und erzeugt biologische und nachhaltige Wärme. Derbesondere Clou: Nicht Biogas und Holzhackschnitzel, sondern ein Abfallprodukt dient als Brennstoff: „Landschaftspflegematerial“ werden Äste von Hecken und Sträuchern genannt, die normalerweise vor Ort bleiben. Kommunen, Betriebe und Privatleute liefern das Material bei der EAM Natur in Stausebach an, das dann in Kleinseelheim verbrannt wird. OP 2019-05-22 Bioenergie Kleinseelheim

Verlegung der Nahwärmeleitung im Kirchhof – keine alltägliche Aufgrabung

Auch die Kleinseelheimer Kirchengemeinde hat beschlossen, die Kirche an das Nahwärmenetz anschließen zu lassen, und diese bekommt dabei gleich eine nagelneue Heizungsanlage, die die bisherige über 30jährige Ölheizung ersetzt. Dabei besteht die technische Herausforderung darin, die in Form von warmem Wasser ankommende Wärme in ein System zu transformieren, welches die Kirche über warme Luft beheizt. Mit der Planung wurde das Ingenieurbüro EWT  beauftragt und eine auf Kirchenheizungen spezialisierte Installationsfirma wird im Laufe des Sommers den Einbau der Anlage übernehmen, sodass ab der Heizperiode 2019/20 die Kirche fast CO2-neutral mit Nahwärme beheizt werden wird.

Nachdem der Kirchenvorstand in Zusammenarbeit mit dem Gebäudemanager der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck mit Bauleiter und Genossenschaftsvorstand den Leitungsverlauf festgelegt hatte, musste zunächst die Denkmalpflege benachrichtigt werden. Die Auflage: Begleitung der Grabung durch einen Archäologen, da ja das Kirchengelände früher als Friedhof genutzt wurde.

So wurden die Gräben unter genauer Beobachtung durch das WiBA-Team (Wissenschaftliche Baugrund Archäologie) geöffnet. Eigentlich wurden keine großen Funde erwartet, da die Gräber in der Regel viel tiefer als die Nahwärmeleitung liegen. Aber es kam anders: vor allem vor dem Kirchenportal wurden mehrere sterbliche Überreste (vermutlich aus dem 19. Jahrhundert) entdeckt, die teilweise nur ca. 50 cm im Boden lagen. Eine plausible Erklärung: im Zuge des Anbaus der neuen, neobarocken Fassade im Jahre 1905 wurde vermutlich ein Teil des Hügels vor dem Eingang abgetragen.

So brauchte das (durch die Küsterin wohl versorgte) Archäologen-Team insgesamt mehrere Tage, um die Funde und deren Lage genau zu dokumentieren, die nun an anderer Stelle auf dem Kirchhof erneut in aller Stille bestattet wurden. Zurzeit werden die Gräben wieder geschlossen, und dann kann sich der Rasen erholen.

Anschließend werden die Fuß-Wege zur Kirche gepflastert und dabei der Boden vor der Kirche so an die bisherige Schwelle angeglichen, dass ein Barriere-freier Zugang geschaffen wird. Das ehemalige Kohlehäuschen am Eingang wurde mit einer Wasserleitung versehen, auch ein Zugang zum Abwasserkanal wurde vorbereitet, so dass in nicht allzu ferner Zukunft dort einmal Pilger-Toiletten eingerichtet werden können.

 

Endspurt

Liebe Kleinseelheimerinnen und Kleinseelheimer,

seit Mitte März sind die Nahwärme‐ und Glasfaser‐Tiefbauarbeiten im Ort gut vorangekommen. Die Verlegung der Leitungen im Eichenweg und in der Ziegeleistraße ist abgeschlossen, und die Gräben sind dort fast vollständig geschlossen. Und auch auf dem Kirchhof und in der Roßdorfer Straße wird die Verlegung der Leitungen mit dem danach folgenden Schließen der Gräben bald abgeschlossen sein.

Ab kommendem Dienstag (7.5.) beginnen die Tiefbauarbeiten im Bereich RSV‐Sportheim / DGH und Kita zum Dorfplatz. Die Skizze zeigt den ungefähren Leitungsverlauf. Zunächst wird der Asphalt gefräst, und anschließend werden die Gräben geöffnet. Wir bitten darum, keine Fahrzeuge in der näheren Umgebung des Leitungsverlaufs zu parken. Die Tiefbauarbeiten in diesem Bereich mit Wiederherstellung der Oberflächen werden ca. 8 Wochen andauern.
Die Parkfläche vor dem Dorfgemeinschaftshaus und Sportheim kann weiterhin genutzt und vom Sandweg aus erreicht werden. Ein Teil der Straße “Zum Sportplatz” wird während der Arbeitszeiten gesperrt, aber abends und am Wochenende kann sie befahren werden, sodass dann auch von Am Fliederbusch und Roßdorfer Straße aus der Parkplatz erreicht werden kann.

In ca. 4‐5 Wochen beginnt mit der Grabenöffnung die Leitungsverlegung über den Dorfplatz in Richtung Roßdorfer Straße. Wir werden über diesen letzten Bauabschnitt rechtzeitig gesondert informieren.

Im Zeitraum bis zum Abschluss der Tiefbauarbeiten besteht weiterhin die Möglichkeit, sich kostengünstig an das Nahwärmenetz anschließen zu lassen. Nutzen Sie diese Chance, denn ein späterer Anschluss wird teurer, weil dann die ausführenden Betriebe nicht mehr vor Ort sind. Mitglieder der Bioenergiegenossenschaft, deren Häuser bereits Nahwärme beziehen, bieten Interessierten an, die in den Häusern installierte Technik zu besichtigen und zu erklären. Nutzen Sie auch diese Gelegenheit.

Für den Vorstand und den Aufsichtsrat der Bioenergiegenossenschaft Kleinseelheim eG

Ulrike Simon, Rainer Waldhardt und Gerhard Köster

Der Bio-Owe läuft!

Heute bekamen wir folgende Email:

Sehr geehrte Frau Simon, sehr geehrter Herr Waldhardt,

seit gestern befindet sich der Bio – Owe in der Inbetriebnahmephase. Es werden noch verschiedene Einstellarbeiten vorgenommen, ein Probebetrieb durchgeführt und dann wird er in seinen bestimmungsgemäßen Betrieb gehen.
Schönes Osterfest

Mit freundlichen Grüßen

Michael Sonntag Engineering

:-)))

Schüler*innen fordern CO2 Steuer

Am 8. April veröffentlichte die “Fridays For Future” Bewegung ihre Forderungen für Deutschland

Hier ein Ausschnitt:

“Fridays For Future fordert die Einhaltung der Ziele des Pariser Abkommens und des 1,5°C-Ziels. Explizit fordern wir für Deutschland:

  • Nettonull 2035 erreichen
  • Kohleausstieg bis 2030
  • 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035

Entscheidend für die Einhaltung den 1,5°C-Ziels ist, die Treibhausgasemissionen so schnell wie möglich stark zu reduzieren. Deshalb fordern wir bis Ende 2019:

  • Das Ende der Subventionen für fossile Energieträger
  • 1/4 der Kohlekraft abschalten
  • Eine Steuer auf alle Treibhausgasemissionen. Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen muss schnell so hoch werden wie die Kosten, die dadurch uns und zukünftigen Generationen entstehen. Laut UBA sind das 180€ pro Tonne CO2″

Wir haben nachgerechnet:

Die Verbrennung von einem Liter Heizöl erzeugt ca. 2,6 kg CO2, 1 Tonne CO2 würde also durch die Verbrennung von ca. 385 l Heizöl freigesetzt. Eine CO2-Steuer in der von den Schüler*innen geforderten Höhe würde also mit 0,47 €/l zu Buche schlagen.

Bei in Kleinseelheim pro Jahr eingesparten 200 000 l Heizöl in Kleinseelheim würde das eine Steuerersparnis von 94 000 € bedeuten! Man darf gespannt sein, ob und wann die Politik in dieser Richtung aktiv wird!

Übrigens:

Natürlich muss eine solche CO2 Steuer sozialverträglich geregelt werden!

Der Verein CO2 Abgabe e.V. hat sich dazu konkret Gedanken gemacht (Gegenfinanzierung durch Änderung des Energiesteuersystems im Rahmen bestehender Gesetze) und sammelt auch Unterschriften für eine Abgabe von z.B. 40 € / Tonne CO2.

Es gibt auf der Seite auch einen Rechner, mit dem man berechnen kann, wie sich nach dem Vorschlag des Vereins die CO2 Steuer auf den eigenen Haushalt / Betrieb auswirken würde.

Erinnerung an Wesentliches

Bei allen Diskussionen um die Wirtschaftlichkeit unseres Projekts und die Probleme bei der Umsetzung möchten wir doch nochmal daran erinnern, dass es ja unter anderem auch um unseren Beitrag zu den Klimazielen des Landkreises und dem weltweiten Ziel der Beschränkung der Erwärmung auf 1,5 Grad geht.

Natürlich kann man sagen:

Klimaerwärmung? Mag ja sein, aber was ändert es schon, wenn ein kleines Dorf sich umstellt?

Dazu: Eine Ersparnis von 200 000 l Heizöl pro Jahr bedeutet die Einsparung von 500  CO2 pro Jahr.
(Zum Vergleich: pro Kopf verursacht jeder Bundesbürger durch seinen / ihren Konsum 18,3 Tonnen CO2 pro Jahr, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_CO2-Emission )

Aber sollten die Extremwetterereignisse im letzten August und September nicht gerade uns Kleinseelheimern zu denken geben?

Oder übertreiben die ‘Alarmisten’ auch in dieses Hinsicht mal wieder maßlos? Sollten die Schüler nicht lieber lernen als im Namen des Klimas Schule zu schwänzen!

Wer ein wenig Zeit hat, kann sich ja dazu mal den Vortrag von Stefan Rahmstorf, Leiter des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung ‘Nach Paris: Wie bekommen wir die Klimakrise noch in den Griff?‘ ansehen.

Zum Screenshot aus dem Vortrag:

  • Die grauen Balken zeigen die Extremwetterereignisse in den Jahren seit 1900.
  • Die rote Kurve bildet den Durchschnitt aus diesen Ereignissen ab.
  • Die obere und untere blauen Linie zeigen den Bereich, in dem Extremereignisse ohne Erderwärmung zu erwarten sind. Wie man sieht ist die rote Linie bis in die 90er Jahre in diesem Normbereich geblieben und erst in letzter Zeit ‘ausgebrochen’. Eindrucksvoll oder?

 

 

Am 18. März geht’s weiter

Ab dem 18. März wird die weitere Verlegung der Nahwärme- und Glasfaserleitungen erfolgen. Das Tief- und das Rohrleitungsbauunternehmen haben wir dazu beauftragt, zunächst die Arbeiten im Eichenweg fertigzustellen und Asphaltarbeiten in der Heidestraße und an weiteren Stellen im Ort zu erledigen. Anschließend sollen die Arbeiten in Richtung Kirche, in Richtung Roßdorfer Straße und in der Ziegeleistraße folgen. Wir gehen von insgesamt 12 Wochen Bauzeit aus. Mitte März werden wir den Bauzeitenplan zusammen mit einem Informationsflyer für alle Kleinseelheimer bekannt geben.

Im Heizhaus wurde der Biomasseofen durch die EAM eingebaut, und dieser soll im laufenden Monat in Betrieb genommen werden. Sobald wir den genauen Termin kennen, informieren darüber und laden gemeinsam mit der EAM zu einer Besichtigung des Heizhauses ein.

Herr Dr. Schülke hat inzwischen, abgestimmt mit dem Vorstand und Aufsichtsrat sowie allen weiteren Beteiligten (besonders Sparkasse und EAM), das in Januar angekündigte Sanierungskonzept erarbeitet. Wir gehen von einer zeitnahen Rückmeldung der Sparkasse aus und werden die Mitglieder dann in einer Informationsveranstaltung über die Ergebnisse informieren.

Trotz Schwierigkeiten: Es geht weiter

  • Die Wärmeversorgung funktioniert und ist gesichert
  • Der Wärmepreis steigt nicht
  • Keine Nachfinanzierung durch die Mitglieder (es besteht laut Satzung keine Nachschusspflicht)
  • Mit Hilfe des Unternehmensberaters Herrn Dr. Schülke erarbeiten wir ein Sanierungskonzept
  • EAMP und Sparkasse haben ihre Unterstützung zugesagt
  • Wir schaffen es, wenn wir zusammenhalten
  • Jedes neue Mitglied stärkt die Genossenschaft
  • Nach wie vor gilt: Unser Nahwärmekonzept macht Sinn